Nächste Spiele

16Nov
13:00 Uhr
TTC Wißmar I : Mädchen 18 I
Sporthalle Grundschule Wißmar / Hainerweg (Parkplatz Schulhof) / 35435 Wettenberg
16Nov
15:30 Uhr
TTF Oberzeuzheim II : Damen II
Mehrzweckhalle Oberzeuzheim / Westerwaldstraße / 65589 Oberzeuzheim
16Nov
16:00 Uhr
TSF Heuchelheim I : Mädchen 18 I
Sporthalle Heuchelheim / Schwimmbadstraße / 35452 Heuchelheim

1.Herren & 1.Damen

17Nov
14:00 Uhr
TG Langenselbold I : Herren I
Tischtennishalle an der Käthe-Kollwitz-Schule / Ringstraße 55 / 63505 Langenselbold
17Nov
15:30 Uhr
BW Lahr I : Damen I
Sporthalle Waldernbach / Pfingsbornstr. / 35794 Mengerskirchen/Waldernbach
23Nov
16:30 Uhr
Damen I : TTV Gräfen-/Schneppenh./Weiterstadt I
Freiherr-vom-Stein-Schule / Ludwig-Beck-Str. 1 / 65203 Wiesbaden

Von Torsten Muders

WIESBADEN - „Das sieht doch aus wie bei einem Schwimmbadspieler“, staunte ein Zuschauer beim jüngsten Heimauftritt des TTC RW Biebrich, als er erstmals Sushmit Sriram live an der grünen Platte sah. „Nur besser“, schmunzelt Marc Köhler, Vorsitzender des Vereins.

In der Tat: Dieser junge Mann aus Indien ist in keine Kategorie einzuordnen. „Ich spiele schon 30 Jahre Tischtennis, doch so was habe ich noch nicht gesehen“, sagt Köhler über den 24-Jährigen. Mit seinem Spielstil, den Sriram selbst „als defensiven Allroundspieler“ bezeichnet, dem Blocken am Tisch, und der ungewöhnlichen Kombination eines sogenannten Anti-Belages auf der Rückhand und kurzen Noppen auf der Vorhand, die kein Top-Spin erlauben, dafür aber knallharte Schläge, verblüfft der Asiate vor allem seine Gegner, die ihn noch nicht kennen. In der deutschen Oberliga sind das naturgemäß die meisten und so hat Sriram mit einer Bilanz von 14:2-Siegen maßgeblichen Anteil am Erfolg der Biebricher, die sich anschicken, um den Aufstieg in die Regionalliga mitzumischen.

Relegationsplatz ist für Biebrich in Reichweite

„Wir nehmen es mit“, plante Köhler eigentlich erst nächste Saison den Angriff auf die nächsthöhere Klasse. Da der eine Kontrahent Kassel sein Sonntagsspiel in Obertshausen am Grünen Tisch mit 0:9 verloren hat (die Nordhessen setzten aus Versehen zwei Nicht-EU-Ausländer ein) und der andere Kontrahent Fehlheim wohl auf einen Aufstieg verzichten würde, ist derzeit der Dritte Braunfels der große Kontrahent um Platz zwei. Aber auch Tabellenführer Kriftel sei noch nicht völlig außer Reichweite, so Köhler.

Wie kommt aber ein Inder nach Biebrich? Den Kontakt stellte der jetzige Landestrainer des Hessischen Tischtennisverbandes Peter Engel her. Der ehemalige Deutsche Meister im Einzel und im Doppel war zuvor zwei Jahren in Indien als Trainer tätig. Und nun sind rund zehn Spieler, Frauen wie Männer, vom Subkontinent bei hessischen Vereinen aktiv.

Bringt man zuallererst China in Asien mit dieser Sportart in Verbindung, so ist mittlerweile Indien die aufstrebende Nation. Alleine 600 Profis sind in dem Land aktiv. Einer davon ist Sushmit Sriram. Einst kam er über seinen schon Tischtennis spielenden älteren Bruder zu dem Sport. Heute ist der 24-Jährige offiziell bei einer Flughafen-Firma in Chennai, der sechstgrößten Stadt Indiens im Südosten des Landes, angestellt, kann aber seinem Sport regelmäßig nachgehen. In Indien läuft die Saison, die hauptsächlich aus Turnieren besteht, von Juli bis Anfang Februar. Nun also der Versuch in Deutschland, die Karriere voranzubringen. Mit der ausdrücklichen Genehmigung der Mutter, die ihren Sohn ermunterte, es doch zu probieren, geht Sriram das „Abenteuer“ an, wie er es selbst ausdrückt.

Reichtümer kann der Inder in Biebrich aber nicht verdienen. So muss sich der Profi auch andere Einnahmequellen erschließen. Diese Woche war er beispielsweise bei der sogenannten Challenger Series in Ochsenhausen aktiv. Ein Sprungbrett für die kommenden Stars im Tischtennis, wie der Veranstalter das Ereignis bewirbt. Die Spiele der Serie werden im Internet live übertragen, unter anderem, um auch Wetten darauf abzugeben.

Schon Spieler aus den Top 150 der Weltrangliste geschlagen

Tischtennis ist für den intelligenten jungen Mann, der ein Marketing-Studium abgeschlossen hat, aber weit mehr als seine eigene Karriere zu forcieren. „Ich liebe Deutschland und vor allem meinen Club in Wiesbaden. Vor allem möchte ich mich bei Marc Köhler bedanken, der mir schon so viel geholfen hat“, spielt Sriram gerne für den TTC RW. „Er ist einfach ein Supertyp“, gibt Köhler das Lob an Sriram zurück, der sich nicht zu schade ist, auch mal die Biebricher Jugend zu trainieren oder die dritte Mannschaft zu coachen. Während seine Oberliga-Kollegen maximal zweimal die Woche trainieren, vergeht kaum ein Tag, an dem sich Sriram nicht dem schnellen Sport widmet. Dreimal die Woche trainiert er im Landesleistungszentrum in Frankfurt, um sich dort mit den Besten Hessens zu messen. Potenzial ist da, hat er doch schon manchen Zweitliga-Spieler und bei der Challenger Serie auch einige Asse aus den Top 150 der Weltrangliste von der Platte geputzt. In seiner Heimat Indien holte er bei der Landesmeisterschaft Gold im Einzel und Silber im Doppel. „Ich möchte einmal für das indische Nationalteam spielen“, gibt Shiram als sein Ziel aus.

Aber auch in Deutschland gibt es Ziele. In Biebrich, wo er auch mittlerweile während seiner Deutschland-Aufenthalte wohnt, soll Sriram bis zum Ende der Oberliga-Saison Mitte April bleiben. Aber sie hoffen alle beim TTC, dass der Rückflug noch umgebucht wird, steht doch am 6./7. Mai die Relegation zur Regionalliga an. Und wenn der „Schwimmbadspieler“ und seine Kollegen weiter alle nass machen, dann ist die Relegation absolut in Reichweite.